Typ: Offene Ateliers

24. & 25.10.2015 11:00 - 18:00 Uhr

Keramikatelier Frauke Güntzel, Speestr. 15

Frauke Günzel, Copyright Markus Nederlof

Frauke Güntzel zeigt ihren bunten, fröhlichen Zoo getöpferter Tiere. Fotograf: Markus Nederlof

Sie gibt den Ton an!

Als Tochter zweier Kunsterzieher gehörte Kunst schon immer zu ihrem Leben. Doch am Ende machte Frauke Güntzel etwas ganz Eigenes daraus. Jetzt bevölkern die Welt der 52jährigen gepunktete Vögel, tapsige Schildkröten, stachelige Fische und wuselnde Ameisenbären.

„Meine Mutter hatte sich als begeisterte Hobbytöpferin eine Werkstatt in unserem Keller eingerichtet. So unternahm ich schon als Jugendliche erste Versuche an der Töpferscheibe“, erinnert sich Frauke Güntzel gerne an ihre Anfänge zurück. Doch ein Hobby sollte es für sie nicht bleiben: Nach ihrem Abitur in Trier machte sie eine Keramiklehre am Lycée Technique des Arts et Metiers in Luxembourg Stadt, besuchte die Keramikfachschule in Höhr-Grenzhausen und studierte schließlich Kunst am West Surrey College of Art and Design im englischen Farnham, wo sie auch ihre erste eigene Werkstatt eröffnete.

Ihre Liebe zu ihrer bunten und fröhlichen Tierkeramik nahm sie 1994 zurück nach Trier und machte sich an ihre buchstäblich „elementare“ Arbeit. Das Element Wasser hatte es ihr dabei zuerst angetan. „Fische waren meine ersten Tiere, die ich in Ton formte: Ich konnte mir dabei die Beine sparen und fand unendlich viele Inspirationen in der Natur“, gibt sie augenzwinkernd auf ihrer Homepage zu. „Kreaturen der Lüfte folgten für mich folgerichtig, nachdem die Lebewesen des Wassers ihr Element schon bevölkert hatten. Dass meine Vögel mit diesen Füssen wohl kaum abheben könnten, muss man mir nachsehen.“ Mittlerweile sind Katzen, Hasen, Schildkröten und zu guter Letzt auch Ameisenbären hinzugekommen. An diesen exotischeren Tieren interessiert Frauke Güntzel vor allem die Art ihrer Fortbewegung, und so marschieren ihre bunt colorierten Insektenfresser mit wippendem Kopf, abwechselnd rechtem Vorder- und linkem Hinterbein, dann linkem Vorder- und rechtem Hinterbein vorwärts. Mittlerweile hat sich Frauke Güntzel aber auch menschlichen Büsten zugewendet, die hermengleich mit stoischer Ruhe einen Kontrapost zu den quirligen und wuselnden Tieren bilden.

Bis heute lebt und arbeitet die Kunsttöpferin in ihrem Elternhaus in der Speestrasse 15, wo sie am Samstag und Sonntag das Atelier öffnen und sich über die Schulter schauen lassen wird.