Typ: Symposium

23.10.2015, 14:00 - 18:30 Uhr
24.10.2015, 10:00 - 18:00 Uhr

Kurfürstliches Palais

Organisation:
Prof. Dr. Christina Threuter
Prof. Dr. Gerald Schröder

palais

Symposium „Wilde Dinge in Kunst und Design“

Ein wissenschaftliches Symposium zum Thema „Wilde Dinge in Kunst und Design“

Die Faszination des Wilden ist bis heute ungebrochen. Davon zeugen die seit geraumer Zeit so beliebten Trekkingtouren durch eine möglichst unberührte Natur ebenso wie die populäre Praxis des Piercings und der Tribal-Tätowierungen, die ihre Vorläufer im Körperschmuck von Stammeskulturen finden. Es fällt auf, dass gerade die Jugendbewegungen des 20. Jahrhunderts Aspekte des Wilden zur Inszenierung ihres Selbstbilds entdeckten, um damit gegen bestimmte Formen bürgerlicher Kultiviertheit zu rebellieren.

Beispiele solcher Selbstinszenierung sind der Irokesenhaarschnitt der Punks der 1980er Jahre oder der Indianerlook der Hippies in den späten 1960er Jahren. Seit einiger Zeit ist Bekleidung im Safari-und Ethnolook saisonal zur populären Massenmode geworden. Im Interior Design sind Ausstattungsgegenstände, wie zum Beispiel Möbel im sogenannten Kolonialstil sehr gefragt. Muster und Ornamente außereuropäischer Kulturen in vielfältigen Kompositionen zieren unsere Verbrauchsgüter und kursieren in Print- und digitalen Medien. Ihre spezifischen kulturellen Voraussetzungen und Bedeutungen haben sie dabei verloren und im globalisierenden Zugriff des Westens sind sie mittlerweile Teil des allgemeinen Massendesigns geworden.

Warum sind wir von dem Wilden so fasziniert? Welche Auffassungen haben wir von dem Wilden und in welchen Traditionen stehen wir dabei? Im Rahmen des geplanten Symposions werden WissenschaftlerInnen den Fragen nachgehen, inwiefern Künste, vor allem angewandte Künste und das Design – wie Mode, Innenraumgestaltung/ Wohnen, Produktdesign, visuelle Mediengestaltung in Film, Comic und Videospiel – seit der Zeit um 1800 bis heute dazu beitragen, unsere Vorstellungen vom „Wilden“ zu formen. Mit der Leitfrage nach dem „Wilden“ als Projektionsfläche von Fremdheit und Alterität leistet das Symposion einen Beitrag zu aktuellen postkolonialen Forschungsdiskursen in den Kunst-, Design- und Kulturwissenschaften.

Übersicht der Vorträge: