Typ: Bühne, Eröffnung, Musik

23.10.2015; 16:30 - 17:15 Uhr

Irminenfreihof 10, ehemalige Staatsanwaltschaft

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Vandermeer Band

(Wie so oft zitiert) Frank Zappa sagte einmal: Über Musik zu schreiben, sei wie zu Architektur zu tanzen. Das stimmt, vor allem, wenn man es mit einer Musik zu tun hat, die man, wenn man schon in Schubladen metaphern möchte, irgendwo in dem Schuhkarton findet, der ganz tief unten in der Schublade liegt und in dem man die schönsten Erinnerungen aufbewahrt. Den man nur in besonderen Momenten hervorkramt, damit einem warm um Herz, Hirn und Hose wird. Die Musik von vandermeer ist wie ein solcher Schuhkarton voller Erinnerungen an Dinge, Augenblicke, Gefühle die einem so oder so ähnlich hätten widerfahren können… oder sollen.

Wollte man Instrumentalisten und Sängerin trennen, was wir jetzt nur kurz zu Demonstrationszwecken tun wollen, dann stellt man fest: Beide kämen auch gut alleine klar. Umso besser, wenn Orchester und Gesang sich so geschmeidig zu einem mehr als Ganzen vereinen, einem Meer aus Ganzem, einem vandermeer… hin und her wogt, mal Pop, mal Rock, Singer-Songwriter, Indiewahnsinn, Chanson, Jazz, ein Seufzer… manchmal von allem etwas, aber nie zu viel. Wer die Lieder hört, die Texte die aus den Federn von Harmke und Flo fließen, wird immer mit einem zarten Gefühl des Mehr-davon zurückgelassen. Man will einfach noch ein bisschen länger zu hören oder mittanzen – je nachdem – einfach dort verweilen, wo vandermeers Musik spielt.

Wir haben es mit einer gefühlvollen Stimme zu tun, rauchig im Abgang. Einem musikalischen Whiskey der jedoch die Kehle hinauf rinnt und hinaus in die Welt. Umspült vom bemerkenswerten Sound einer Combo, der man ihre weiten Reisen durch die Welt der Musik nicht nur anhört sondern auch anfühlt. Die Dosis, macht das Gift, doch im Gesamtbild von vandermeer ist nichts giftig, es ist bitter-süß. Melancholisch ohne Traurigkeit und froh ohne Reue.

Vergleiche mit anderen Bands sind fehl am Platze, und auch das Aufzählen musikalischer Wurzeln, es sei denn man nennt Herz und Hand. Jeder andere Vergleich ist unerheblich, führt gar in die Irre, denn vandermeer steht für sich, unverfälscht und naturtrüb. Hört selbst!